Warum werden Menschen bedürftig?

Leider gibt es auch im Emsland viele Menschen, die z. B. durch Verlust des Arbeitsplatzes, Krankheit, Scheidung, geringe Rente oder Integrationsprobleme in finanzielle Not geraten sind. Sie müssen oft sogar am Essen sparen. Und dies, obwohl es in Deutschland Lebensmittel im Überfluss gibt.

Armut ist keine Schande, sondern für viele Menschen Alltag. Eine Schande ist es, wenn aus Armut Ausgrenzung wird und Verlust der Würde bedeutet.

Oft klingt die Geschichte auch so:

"Ich war lange Zeit beruflich erfolgreich und habe gutes Geld verdient, wir haben ein Haus gebaut und Kinder bekommen. Durch den Einsatz von Mitarbeitern einer Zeitarbeitsfirma und dem damit verbundenen Arbeitsplatzabbau, verlor ich meinen Arbeitsplatz. In meinem bishreigen Beruf konnte ich auch nach intensiver Suche keinen neuen Arbeitsplatz finden. Auch nach einer Umschulung bekam ich keinen Arbeitsplatz. Zuerst habe ich Arbeitslosengeld, dann Übergangsgeld, Arbeistlosenhilfe und seit Januar 2005 Leistungen nach dem SGB II (Hartz4) erhalten. Dadurch wurde meine finanzielle Situation stetig schlechter. Wir konnten die Raten für das Haus kaum noch aufbringen. Durch die Nutzung des Angebotes der Lingener Tafel können wir das, was wir sonst für Lebensmittel ausgeben müssten, nun für andere Dinge nutzen und so auch erstmal unser Zuhause behalten."

Die Lingener Tafel hilft

Ziel der Lingener Tafel ist es daher, qualitativ einwandfreie Nahrungsmittel, die im Wirtschaftsprozess nicht mehr verwendet werden können, zu sammeln und an Bedürftige zu verteilen.

Dies geschieht entweder direkt durch Lebensmittelausgaben vor Ort oder indirekt, indem Einrichtungen beliefert werden, die Essen an bedürftige Menschen ausgeben.

Die Abgabe der Lebensmittel erfolgt gegen einen symbolischen Betrag. 

Die Arbeit der Lingener Tafel ist jedoch nur möglich durch die Unterstützung zahlreicher engagierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Förderer.

Das Motto der Tafeln lautet:

„Jeder gibt, was er kann“

Der eine spendet Lebensmittel (z. B. Bäcker, Wochenmärkte, Supermarktketten), der andere hilft mit Sachspenden (z. B. Kfz-Reparaturen, Elektroarbeiten oder Druckerzeugnissen). Ein Dritter spendet Geld (z. B. für Strom, Heizung, Benzin, Büromaterial, Telefon, Porto, Werbekosten) und viele Menschen engagieren sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich bei der Lingener Tafel.